Bodenseebattle 2017

Es brauchte eine Dosis Seelenbalsam unseres Sportchefs Mathias um die vom vergangenen Sailing League Desaster arg gebeutelte „el miracle“ Crew wieder für das geplante Wochenend- Abenteuer zum J70 Bodenseebattle in Kreuzlingen zu motivieren. (12. und letzter Rang in Estavayer)

Nach dem Motto, wer auf die Schnauze fällt, soll aufstehen und gleich nochmal…

Nehmen wir die Herausforderung an und stellen uns den 38 Crews mit ihren J70 Sportbooten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gespickt mit europäischen Eliteteams, darunter auch das Superbüsi mit reiner SCT Crew, zur J70 Klassenregatta in Kreuzlingen.

Unser Ziel war, in dieser Saison neben den Platu 25 Alpencup Regatten, auch in den neu boomenden J70 Hype reinzuschnuppern. Neben den zwei Sailing League Einsätzen soll auch diese Bodenseebattle mit einem grossen Feld und breitem Niveau-Level zu unserer, der „el miracle“Crew, seglerischen Zukunftsfindung beitragen.

Nach einem langen Freitagabend mit Mastlegen, Trailern und vor allem intensivem Unterwasser-Schrubben (hatte doch das blanke Gelcoat schon beträchtlich Algen angesetzt) wartete Tribschi unsere neue SCT Clubjacht SUI 1211, auf die frühe Abfahrt am Samstagmorgen.

Samstag, 1.7.17 05:30 Uhr.  Die Crew ist besammelt, Gabi bunkert die Zwischenverpflegung und los geht die Fahrt. Die drei Matrosen auf der Rückbank versinken schnell ins Land der überstandenen Stürme und gewonnener Regatten…

In Kreuzlingen werden wir sofort eingewiesen, Mast wieder hoch, Wanten dicht, Baum dran, Achterstag fixieren usw. schon etwas routinierter läuft alles Hand in Hand.

Ungeduldig startet Andi den Motor, während Leo noch ein gemütliches Schwätzchen an Land hält.. Ich kopiere die Superbüsi Wantenspannung und Thomas hisst schon die Segel. Ein schöner Westwind, der noch Böen bis 36 Knoten bringen sollte, hat sich schon übers Regattafeld gelegt.

Taktiker Thomas wünscht einen Start auf der linken Seite, der mir auch annehmbar gelingt… Nach 50 Sekunden fahrt, ein 30 Grad Links Dreher, freie Fahrt zum Wenden und genug Speed um vor dem ganzen Feld durchzukreuzen….Mmmmh, jedes Mal wenn dies gelingt ist das ein Gefühl wie…, wie……, egal, einfach Geil!

Als dritte oder vierte J70 runden wir die Luvtonne, mitten in den Cracks und ein für uns riesen Feld im Schlepptau. Sauber segeln wir die zwei Runden zu Ende und erreichen den sensationellen 3. Rang in unserem ersten Lauf an einer J70 Klassenregatta.

Der Wind nimmt stetig zu, meine Startqualität im gleichen Masse ab… Lauf für Lauf müssen wir feststellen, dass im engen Mittelfeld das Wort „Battle“ wirklich Sinn bekommt. An der Layline auf nicht Vortrittsberechtigtem Bug an die Luvtonne zu stechen, oder mit über 10 Knoten Speed mit nur halb geborgenem Gennaker in den Leetonnenstau zu geraten…braucht einiges an **Cojones.

Mit Mühe und Rangplätze kostender Vorsicht, gelingt es uns Tribschi heil durch die Schlacht zu steuern. Wir mussten uns aber mit Rängen um die 19-29 zufrieden geben und uns eingestehen, dass noch einiges Training nötig wäre um nur annähernd in die Nähe der Top 10 zu kommen.

Nach ansträngenden sechs Läufen, gelingt es nicht mal dem kühlen Hafenbier, oder den feinen Zanderknusperli, die ausgelaugte, kaputte Crew, wieder aufzurichten. Ungewohnt früh, wird Hotel und Bett heimgesucht.

Der Sonntag beginnt mit Nieselregen, 3-4 BF Westwind und einer motivierten, wieder fitten Crew…
.
Die Starterei wurde noch einmal um eine Stufe aggressiver. Kaum einmal gelingt es uns, uns in der ersten Reihe zu halten, bald schon mussten wir immer den kabbeligen Turbulenzen entfliehen und uns mühsam frei segeln. Auch Taktisch wurde es mit den Drehern und unterschiedlichen Windstärken immer schwieriger. Ein 9. Rang zwischen weiteren 20+ern sollte am Sonntag das Highlight sein…

Auswassern, Trailern, Mast legen läuft schon wie geschmiert. Der (mit Superbüsis 6 . Rangzufriedene) SCT Sportchef kontrolliert, ob alles i.o ist und gibt das okay zur Abfahrt. Auch Heimfahrt und Einwassern verläuft reibungslos. Eine Erfahrung reicher, schwimmt Tribschi wieder im Heimathafen und freut sich auf kommende Abendteuer…

*Tribschi unser Kosename für die noch ungetaufte brandneue SCT J70 Clubjacht
** Cojones, spanischer Ausdruck für…äh…viel Mut

Crew:
Leo: Fallen- zieher, Gewichtstrimmer, Windfinder, Übermotivationsbremse.
Andi: Fock und Gennacker Schoter, (Über)-Motivator, Motorisator.
Thomas: Grossschot, Taktik, Emotionsbarometer
Jan: Steuern, Fädeli schauen, Kollisionen verhindern, Bericht Schreiber